Samstag, 29. August 2015

11 Sehnsuchtsorte in Indonesien

Kennt Ihr Bina und Francis? Sie berichten auf myroad.de von ihrer Weltreise mit einer Drohne. Dabei sind sie sehr spontan, haben zwar Pläne, aber werfen diese um, wenn ihnen neue Ideen kommen. So mag ich das, so reise ich auch. :-)

Seit kurzem sind die beiden in Indonesien angekommen, und - absolut verständlich! - das Land hat ihnen bisher so gut gefallen, dass sie gar nicht wissen, wo sie als nächstes hin wollen. Für ihre weitere Reiseplanung haben sie sich einfach die Recherchemöglichkeiten des 21. Jahrhunderts zunutze gemacht und sich bei Reisebloggern umgehört, was ihre absoluten Sehnsuchtsziele in Indonesien sind.

Taman Sari, der Wasserpalast des Sultans in Yogyakarta, Indonesien


Was dabei herauskam, was man sich unbedingt in Indonesien ansehen sollte, haben sie hier auf ihrem Blog zusammengestellt. Ich bin dabei, mit einer Ruheoase inmitten des Trubels: Taman Sari mitten in Yogyakarta auf der Insel Java.

Darüber hatte ich ursprünglich hier berichtet. Und jetzt ausführlicher auf myroad.de. Schaut mal rein! :-)

Mittwoch, 10. Juni 2015

Dreiländereck nahe Aachen

Nur ein paar Kilometer entfernt von Aachen und sobald man auf der niederländischen Seite ist, gut ausgeschildert, liegt das Dreiländereck Niederlande-Belgien-Deutschland. Es gibt dort 2 Aussichtstürme, Gastronomie, Wanderwege und historisches Wissen.

Von Aachen, der westlichsten Großstadt Deutschlands und immer einen Besuch wert, fährt man in Richtung Vaals. Das Dreiländereck heißt auf niederländisch "Drielandenpunt", das steht auch auf den Schildern.

Parkplatzbeschilderung Drielandenpunt

Ein Parkplatz steht zur Verfügung, eine Wertmünze zur Besteigung des nach der früheren holländischen Königin benannten hölzernen Wilhelminaturms kauft man am Automaten in der angeschlossenen Gastwirtschaft.

Wilhelminaturm Drielandenpunt

Es gibt einen Aufzug, man kann die Treppen aber auch zu Fuß hoch, bis auf eine Höhe von 353,5 m über Amsterdamer Pegel.



Der Turm selbst ist 35 m hoch und wurde 2011 eröffnet. Oben gibt es einen sog. "Skywalk", teils auch mit Glasfußboden, so dass man auch nach unten schauen kann.

Von dort hat man eine Rundumsicht, wobei man auf belgischer Seite von den Ardennen fast nur Wald und den belgischen Aussichtsturm sieht. Am unteren Foto ganz rechts ist er (schwer) zu erkennen.

Ausblick vom Wilhelminaturm Drielandenpunt

Wie man auf diesem Selfie sieht, hatte ich Glück mit dem Wetter, es war sonnig und warm. Und ein wenig Bewegung, die Treppen zu Fuß hochzulaufen bei dem schönen Wetter, hat mir gut getan.

Ich bin dann weiter und mehr durch Zufall ans richtige Dreiländereck gekommen. Auch hierhin kann man mit dem Auto fahren, allerdings auf recht kleinen Straßen.

Auf der belgischen Seite steht der 50 Meter hohe "Baudouin-Turm", nach dem früheren belgischen König benannt, der jedoch geschlossen war, genau wie das Besucherzentrum am Fuß des Aussichtsturms. Dafür genossen zwei Katzen die Ruhe.

Baudouin-Turm Dreiländereck


Interessant fand ich den Grenzstein, der den tatsächlichen Dreiländerpunkt markiert.

In der Zeit von 1814-1919 sprach man sogar von einem Vierländerpunkt, weil hier auch der nördlichste Teil des Gebietes von Neutral-Moresnet an die Ländergrenzen stieß. Irgendwie hatte ich da in Geschichte nicht aufgepasst, das war mir gar nicht bewusst.

Dreiländereck bzw. früher Vierländerpunkt, Neutral-MoresnetDer kleine Staat entstand 1815, als sich die Niederlande und Preußen nicht über die Aufteilung des an Galmei reichen Areals einigen konnten. Also wurde es neutralisiert und gemeinsam verwaltet. Galmei wurde für die Zink- und Messingherstellung am Anfang des 19. Jahrhunderts benötigt, heute wird es Smithsonit genannt. 1919 wurde Neutral-Moresnet durch den Versailler Vertrag ins belgische Königreich eingegliedert und der Vierländerpunkt wurde wieder zum Dreiländerpunkt. Die heutigen Landesgrenzen lassen sich hier an den Stahlbändern im Boden ablesen.

Die Grenze ist also verschwunden, die Grenzsteine im Wald sind geblieben. Und Bildungslücken schließen mehrsprachige Informationstafeln. Eine kleine Gruppe indisch aussehender Geschäftsleute war auch da; die Herren umkreisten die Landesgrenzen und unterhielten sich lautstark darüber. Ich finde es schön und eine Erleichterung, dass wir in Europa inzwischen meist so problemlos von einem Land ins nächste reisen können und oft nicht einmal Geld tauschen müssen.

Dreiländereck - Höchster Punkt der Niederlande und Baudouin-TurmAuch spannend: Der höchste Punkt der europäischen Niederlande befindet sich genau hier (im Foto links im Vordergrund markiert) und ist ausgeschildert als "het hoogste punt van Nederland". (Es gibt noch einen karibischen Vulkan, der deutlich höher ist und auch zu den Niederlanden gehört.) Der Vaalserberg ist 322,5 m hoch und war jetzt im Juni auch schneefrei. ;-)

Die beiden Parkplätze neben den jeweiligen Aussichtstürmen sind gebührenpflichtig. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps bei Wikipedia und GrenzRouten.

Ich fand es schön dort und denke, wer Aachen besucht und als Abwechslung zu den absolut sehenswerten alten Steinen und der Stadtbesichtigung mal etwas Grün sehen möchte, ist hier gut aufgehoben, auch als mehrstündige Wanderung.

Sonntag, 10. Mai 2015

Bad Berneck

An der A9 im Norden Bayerns, nördlich von Bayreuth fährt man an der Ausfahrt Himmelkron (mit Autohof) ab und kommt gut beschildert nach knapp 5 km in ein paar Minuten in Bad Berneck an.

Bad Berneck liegt am am Westrand des Fichtelgebirges und ist seit 1857 ein Kurort. Zuerst war es Molken- und Luftkurort, seit 1930 Kneippkurort und inzwischen Kneippheilbad. Reizvoll und romantisch, so heißt es. Auch etwas aus der Zeit gefallen, wie so viele Kurbäder, finde ich. Der Kurpark ist ausgeschildert, irgendwo findet man einen Parkplatz und kann losmarschieren.

Typisch für Kurorte sind ja die Kolonnaden, davon hat Bad Berneck zwei, eine alte von 1857 und die neue, hier auf dem Bild.

Bad Berneck: Kurpark mit den neuen Kolonnaden



Beim Spazieren durch den Kurpark merkt man die Nähe des Fichtelgebirges, es wird naturnah.

Bad Berneck: Spaziergang im Kurpark - Waldweg

Zum Ausruhen kann man sich an die Bank des Brunnens setzen.

Bad Berneck: Spaziergang im Kurpark - Brunnen

Die Wege sind gut beschildert. Auch für Nordic Walker gibt es gut markierte Laufstrecken, insgesamt sieben verschiedene. Radwege sind auch vorhanden.

Bad Berneck: Spaziergang im Kurpark - Schilder

Zwischendurch bleibt Zeit zum Beobachten verschiedenster Tiere und Pflanzen.

Bad Berneck: Spaziergang im Kurpark - Flora und Fauna

Der Kurpark ist nicht nur für betagte Kurgäste, auch Kinder finden ihren Spaß auf dem Spielplatz oder beim Anschauen und evtl. Streicheln der Ziegen, die neben dem Spielplatz ihre Behausung haben. Daneben gibt es eine Minigolfanlage.

Bad Berneck: Spaziergang im Kurpark - Ziegen und Spielplatz

Auch ein Spaziergang durch den Ort selbst ist reizvoll, charmante kleine Gassen, vor allem jetzt im Frühling, wenn alles grünt und blüht. In manchen Ecken wirkt es etwas verschlafen. Der Flieder am Schlossberg unterhalb des Turms (in der Mitte des Fotos) kommt auf dem Bild nicht so raus, blühte aber wunderschön.

Bad Berneck: Marktplatz mit Schlossturm des Alten Schlosses

Im Ort und der Umgebung gibt es viele beschilderte Spazier- und Wanderwege, auch der Jean-Paul-Rundweg führt durch. Das Radwegenetz ist an den Main-Radweg angeschlossen. Wer ein Smartphone oder Tablet dabei hat, kann per QR-Code eine Schnitzeljagd absolvieren. Es ist also gut touristisch erschlossen.

Der Marktplatz hat angeblich die höchste Gastronomiedichte Frankens. Es gibt auch wirklich einige Restaurants und Gasthäuser, Biergärten, Cafés und Eisdielen, wobei nicht alle geöffnet sind. Auch Schwerpunkte wie heimische Wildkräuter oder Brezenwochen finden sich.

Ich war diesmal in der Lindenmühle direkt am Kurpark zum Essen, ein Muttertagsmenü, zu dem ich meine Mutter eingeladen habe. Bärlauchcremesüppchen, fränkische Spargel an handgerührter Hollandaise und Schweinemedaillons, zum Dessert weiße Mousse au chocolat mit Erdbeeren und Cashew-Crunch. Sehr gutes Essen, zuvorkommender freundlicher Service, schönes Ambiente. Kann ich absolut weiterempfehlen!

Bad Berneck: Lindenmühle


Kulturell ist in Bad Berneck auch einiges geboten: Im Sommer gibt es Freilichtspiele und verschiedene Veranstaltungen und Feste, Details finden sich hier. Auch Erlebnistouren durch die für ihre geologische Vielfalt bekannte Stadt sind buchbar, es gibt Felsenkeller, usw. Also viel zu entdecken!

Donnerstag, 30. April 2015

Stippvisite Romanshorn

Ich war beruflich kurz in der Schweiz und habe mir vor der Weiterfahrt die Zeit genommen, durch das direkt am Bodensee gelegene Romanshorn zu bummeln. Wasser, frische Luft, Bewegung und das Wetter war auch okay - das tut gut! :-)

Romanshorn

Dunkel bekannt war mir der Ort seit meiner Kindheit, er ist nämlich bekannt für seinen Hafen und irgendwann war ich mal mit einem Boot dort angekommen. Denke ich, das ist ja schon lange her. Diesmal war ich mit dem Auto da und bin der Beschilderung zum Parkplatz See 3 Promenade gefolgt. Für 1 CHF darf man dort 2 Stunden parken. Sooo teuer ist die Schweiz also gar nicht! ;-)

Von dort sieht man ein großes ehemaliges Lager- bzw. Zollhaus, wenn man in Richtung See spaziert. Heute ist dort u.a. ein Museum untergebracht.

Romanshorn: Museum am Hafen

Die Zeit der Einbäume ist lange vorbei, der Handel über den See blühte für Romanshorn auf, als 1855 die Bahnlinie von Winterthur eröffnet wurde und eine schwimmende Brücke über den See führte. Heute transportieren Fähren Menschen und Fahrzeuge über den Bodensee.

Romanshorn - Ausflüge per Schiff auf dem Bodensee

Mitte des 19. Jahrhunderts befuhren große Dampfschiffe, Eisenbahn-Dampffähren und Trajektkähne den Bodensee und verbanden Romanshorn und Friedrichshafen, Lindau und Bregenz. Sie beförderten jährlich zehntausende Eisenbahnwagen und Menschen. Das steht zumindest so auf einer der vielen Informationstafeln, die entlang des Wassers aufgestellt sind.


In den Hafenbecken liegen neben den Fähren und Schiffen auch eine Menge kleine Boote. Man kann auf gut ausgebauten Wegen spazieren. Langweilig wird es nicht, der See ist traumhaft schön und wenn man sich dreht, sieht man im Hintergrund die Berge mit dem Säntis.

Romanshorn - Blick auf den Säntis über den Bodensee hinweg

Wenn man sich Richtung Westen hält, gelangt man in den sog. Seepark. Zurzeit blüht alles wunderschön und drei Gärtner waren damit beschäftigt, die Anlage zu pflegen. Es gibt dort auch einen Spielplatz, einen kleinen Wassergarten und eine höhergelegene Aussichtsterrasse mit direktem Blick auf den See.

Man sieht einige Radfahrer; es scheint radwegemäßig sehr gut erschlossen zu sein. Also auch ein Tipp: Mal am Bodensee entlang radeln! :-)

Höher gelegen ist die Alte Kirche, die aus dem 8. Jahrhundert stammt. Nach der Reformation wurde sie interessanterweise bis 1911 von beiden Konfessionen genutzt.

Romanshorn - Blick auf die Alte Kirche

Man kann am Ufer entlang marschieren, irgendwann stößt man auf das städtische Strandbad. Aber dafür war es dann doch zu kalt. ;-)

Romanshorn - Badestrand

Im alten Schloss aus dem 15. Jahrhundert ist heute ein Hotel und ein Restaurant untergebracht. Auf die Terrasse des Restaurants hat man von unten über Weinberge einen schönen Blick.

Romanshorn - Schlosshotel und Restaurant TriBeCa

Allgemein habe ich einige Restaurants gesehen, die einen guten Eindruck machten. Spargelkarten gab es und Mittagsmenüs, in vielen Restaurants konnte man draußen essen. Nahe meines Parkplatzes gab es auch einen Imbiss mit Eis und Kleinigkeiten. Noch war es relativ ruhig, aber an Feiertagen oder in der Ferienzeit wird sicherlich mehr los sein.

Mir hat mein kleiner Ausflug nach Romanshorn gut gefallen. Die Lage ist wirklich einmalig schön.

Montag, 9. März 2015

Petersberg, Sachsen-Anhalt

Ich war auf der Autobahn unterwegs und wollte eine kurze Pause machen. Statt ein Fastfood Restaurant zu besuchen hatte ich vorgeplant und mir etwas zu essen eingepackt. Da bot es sich an, ein Ziel anzusteuern, das mir schon öfter aufgefallen war. Verkehrsgünstig an der A14 nördlich von Halle gelegen, sieht man den Petersberg mit Kirche und Sendemast gut von der Autobahn aus.


Ab der Ausfahrt 15-Halle-Trotha ist der Petersberg ausgeschildert. Es ist dann doch weiter von der Autobahn entfernt bzw. man fährt über kleine Straßen, so dass die Fahrt länger dauerte als ich es abgeschätzt hätte. Ich hatte wenig Zeit und habe mich daher nur ein wenig in der Stiftskirche des Klosters umgesehen.

Die Klosteranlage liegt an der Straße der Romanik. Diese verläuft in Form einer Acht durch Sachsen-Anhalt, im Zentrum befindet sich die Landeshauptstadt Magdeburg.

Die Straße verbindet die Dome, Burgen, Klöster und Kirchen, die in der Zeit vom 10. bis Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden sind und somit ein Zeichen der Christianisierung darstellen. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt über 1.000 Kilometer, mit insgesamt 80 romanischen Objekten in 65 Orten. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift Petersberg ist eine davon.

Man kann davor parken. Die Kirche ist geöffnet, alles ist gut ausgeschildert, man fühlt sich willkommen.

Petersberg - Innenansicht

Die Ausstrahlung der Stiftskirche, einer romanischen Basilika aus dem 12. Jahrhundert hat absolut etwas und lohnt einen Besuch, finde ich.

Derzeit wird viel renoviert und angebaut, es ist nicht geleckt oder fertig, sondern noch im Umbruch. Ein paar Brüder und Schwestern haben sich im Kloster niedergelassen und leben im Sinne von ora et labora.


Von oben hat man bei klarem Wetter sicherlich eine schöne Aussicht. In der Umgebung bzw. am Fuße des Petersbergs befinden sich eine Rodelbahn, ein Walderlebnispark, ein Museum sowie Gaststätten, die jetzt im Winter außerhalb der Saison aber geschlossen wirkten.

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