Samstag, 13. Oktober 2012

Shanghai an einem Tag - die Highlights

Ich war beruflich in Shanghai und hatte an einem Samstag Zeit für ein touristisches Programm mit Stadtbummel und den wichtigsten Highlights an einem Tag. Leider war der Himmel nicht ganz so strahlend blau wie unter der Woche, die wir arbeitend in einem fensterlosen Büro verbracht haben, aber sonst wär's auch zu perfekt gewesen. Angenehm warm war es trotzdem, perfektes Besichtigungswetter.

Shanghai - Blick auf Pudong vom Bund aus
Das Foto hier ist vom Bund aus nach Pudong rüber fotografiert - ein ziemlich bekanntes Motiv. Rechts sieht man den aktuellen Baufortschritt des Shanghai Tower, der das zweithöchste Gebäude der Erde werden soll.

Aber nun der Reihe nach. Wir sind los mit dem Taxi zum Shanghai World Financial Center, dem mit 492 Metern und 101 Etagen derzeit vierthöchsten Gebäude der Welt. Auf dem Foto erkennt man es relativ weit rechts an der Flaschenöffnerform. Es hat die mit 474 m höchste Aussichtsplattform der Welt und natürlich wollte ich da hoch.

Der Spaß kostet 150 Yuan (derzeit ca. 18 EUR) und lohnt sich wirklich. Wie am Burj Khalifa, wo ich letzten Dezember immerhin auf 452 m war, gibt es zu Beginn einleitende Multimedia-Informationen über den Bau, daneben welche über die Entwicklung von Wolkenkratzern an sich, von Pudong, usw. und dann eine schnelle aber angenehme Fahrt mit dem Aufzug hoch zum Observatory.

Shanghai - Pudong, Blick auf Jinmao Tower und Huangpu
Man kommt in der 94. Etage an und fährt dann mit einer Rolltreppe auf die 97. (quasi unten an der Flaschenöffner-Öffnung), danach kann man mit einem Aufzug weiter hoch auf den 100. Stock, das ist die obere Kante der Flaschenöffner-Lücke). Von dort hat man wirklich einen atemberaubenden Rundblick und Ausblick.

Direkt daneben befindet sich der Jinmao Tower, hier links unten zu sehen, der mir persönlich sehr gut gefällt. Er hat etwas von einer chinesischen Pagode, soll ebenso an chinesischen Bambus erinnern und beherbergt u.a. eine futuristische Bar namens Cloud 9, in der ich früher gerne war.

Weiter hinten auf dem Foto sieht man den bekannten Oriental Pearl Tower, das moderne Wahrzeichen Shanghais (es ist ein Fernsehturm) und dahinter den Huangpu, der durch Shanghai fließt. Auf dem Foto sieht man links sogar die Mündung des Wusong Flusses (auch Suzhou Creek genannt) in den Huangpu, das nördliche Ende vom Bund.

Shanghai - Aussichtsplattform des World Financial Center
So sieht es innen in der 100. Etage aus - lauter staunende Menschen. :-)

Es gibt teilweise auch Glasboden, durch den man schräg nach unten schauen kann. Man kann ihn auch betreten, was für viele ungewohnt ist.

Ganz schön hoch, diese Toilette!
Ach ja, die Toilette kann ich noch empfehlen. Mal abgesehen davon, dass die Klobrille beheizt ist, hat man doch selten so einen schönen Ausblick von ganz oben, oder?! ;-)

Daneben findet man natürlich noch Merchandising-Zeugs, man kann sich ein Zertifikat ausstellen lassen, etwas essen und trinken, usw. Abends ist das SWFC bis 23 Uhr (letzter Einlass 22 Uhr) geöffnet und eignet sich damit perfekt, um die dann so richtig bunt beleuchtete Stadt von oben zu genießen. Bitte beachten: Um 22 Uhr gehen in Shanghai die meisten Lichter aus, also besser rechtzeitig hin!

Wir sind wieder runter, ein paar Straßen weiter, kurz in ein nobles Shopping Center mit allen teuren Marken, die man sich so vorstellen kann, haben die Baustellen und Gebäude auf dem Weg bewundert und sind dann in Richtung Fluss. Dort musste ich mir natürlich meine geliebten roten kleinen säuerlichen Früchte, die mit rotem Zucker kandiert sind, kaufen.

Typisch chinesische Leckerei
Die gibt's fast überall in China und sie schmecken total lecker. Sie haben etwas apfelähnliches und große Kerne. Auf Chinesisch heißen sie shānzhā 山查, chinesischer Weißdorn oder so etwas ähnliches.

Von hier hat man einen schönen Blick auf die historischen Kolonialbauten an der berühmtesten Uferpromenade Chinas. Dieser Blick ist sehr zu empfehlen.

Shanghai - Blick auf den Bund von Pudong aus
Der Bund wurde vor 400 Jahren von den Niederländern als Schutzwall gegen die Fluten des Huangpu errichtet, als Kaimauer quasi.

Von Pudong kommt man am besten mit dem Schiff oder durch eine Unterführung auf die Puxi-Seite (dong heißt Osten, xi Westen und Pu ist die Abkürzung für den Flussnamen Huangpu). Man kann alternativ natürlich auch mit der Metro oder einem Taxi fahren, beides Umwege.

Shanghai Bund Sightseeing Tunnel Der sog. Bund Sightseeing Tunnel lohnt sich auch: Für 50 Yuan fährt man mit kleinen Wägelchen durch einen Tunnel und genießt Informationen über die Reise ins Erdinnere, psychedelische Musik und eine richtige Show mit Animation, Vorhängen, Farben, Lichtern.

Auf der Pudong-Seite muss man etwas suchen, bis man den versteckt gelegenen Eingang findet. Hier hilft ein Reiseführer mit chinesischen Schriftzeichen, auf die man zeigen kann.

Shanghai Bund Sightseeing Tunnel
Man kommt auf der anderen Seite direkt vor dem bekannten Peace Hotel hoch und kann von dort aus gemütlich am Bund entlang promenieren, mit dem bekannten Blick vom obersten Foto nach Pudong rüber.

Auf der Puxi-Seite finden sich die schönen und bekannten Kolonialgebäude und auf dem Bund selbst gibt es massenweise Touristen, vor allem chinesische, die auch Spaß daran haben, sich mal mit Langnasen zusammen fotografieren zu lassen. Mein Kollege mit Vollbart war ein beliebtes Fotomotiv. :-)

Shanghai - Der Bund
Je nach Temperatur und Wetter kann man hier sehr viel Zeit verbringen. Man kann auch kleine Snacks oder etwas zu trinken kaufen. Der Bund lohnt auch zum Sonnenuntergang. Wenn es dunkel ist, ist bis 22 Uhr alles beleuchtet, danach gehen die Lichter aus. Am südlichen Ende ist ein kleiner Hafen, an dem Ausflugsboote liegen. Eine Bootsfahrt ist auf jeden Fall zu empfehlen (haben wir uns für später aufgehoben).

Die weiteren Sehenswürdigkeiten sind gut ausgeschildert und wir hielten uns in Richtung des bekannten Yu-Gartens, eine Ecke Shanghais, die nicht nur für diesen Yùyuán 豫园, sondern auch für Teehäuser und wieder aufgebaute chinesische Gebäude der Ming- und Qing-Dynastie drum herum bekannt ist.

Shanghai - Schauen, Shoppen, China
Die nach alt getrimmten Gebäude sind eine Art Shopping Center, in dem man alles mögliche bekommt und z.B. Mitbringsel (Tee, Kalligrafie-Sets, Kunsthandwerk, Gemälde, Seidenschals, Kleidung, Süßigkeiten, usw.) kaufen kann. Außerdem gibt es dort Teehäuser, sehr viele Restaurants und Fast Food, westlich und chinesisch.

Auf einem Platz waren Stände aufgebaut, die verschiedene frisch zubereitete Imbisse aus verschiedenen Regionen Chinas feilboten. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe einiges gekauft und verspeist. Frisch zubereitet, ein Genuss!

Chinesische Leckereien
Teigtaschen, mit Gemüse gefüllte Pfannkuchen, fritierte Fladen, Suppen, usw. - chinesische Garküche vom feinsten. Man sieht auch auf den ersten Blick, dass die Brühe auf dem zweiten Foto recht gehaltvoll ist. ;-) Wenn Ihr die Fotos noch größer sehen wollt, drauf klicken!

Für den Yu-Garten war es schon zu spät, aber wir sind noch kurz in einen daneben liegenden Tempel, was ja auch immer interessant ist.

Shanghai - Tempel
Es ist ein daoistischer Tempel, und zwar der des Stadtgottes, der die Stadt und deren Bürger beschützen soll. Während der Kulturrevolution zerstört, jahrelang gemieden, ist er jetzt wieder ein Treffpunkt vieler Chinesen, die Räucherstäbchen anzünden und sich vor dem Gott des Reichtums oder des Wissens verbeugen und beten. Schaden kann's ja nicht und interessant zu beobachten finde ich das auch.

Danach freuten sich die Beine auf etwas Ruhe und wir waren froh, dass wir zufällig in einem der Teehäuser eine Dachterrasse mit sensationeller Aussicht fanden.

Eine chinesische Teezeremonie (30 Yuan) war genau das richtige zum Ausspannen und gegen den Durst.

Hier ist man auf Ausländer eingestellt: Eine junge Dame informierte auf Englisch über die verschiedenen chinesischen Teesorten, die sie frisch für uns aufgoß und die man natürlich auch alle probieren konnte. Interessant immer die Jasmintees mit Blüten, die sich farbenfroh öffnen (in den Weingläsern), Oolong-Tee aus Tonkännchen, schwarze und grüne Tees. Klasse. Wer mag, kann danach gleich Tee einkaufen.



Und: Ist dieser Ausblick von meinem Tisch aus nicht ein Traum???

Shanghai - Blick vom Teehaus auf die Wolkenkratzer
Danach wurde es dunkel, wir sind noch in das französische Viertel, in dem man schön bummeln kann (Platanen säumen die Straßen, zwischen Neuem findet man interessante alte Häuser) und das vielfältigste Restaurants und Bars bietet. Davon habe ich keine Fotos. Mit dem Taxi ging's abends zurück.

Modernes Pudong, Kolonialgebäude und Bund, authentisches chinesisches Streetfood, Tempel, Altstadt mit Tee, französische Konzession: Shanghai an einem Tag. Das war so ziemlich die perfekte Tour.

Es gibt natürlich auch noch vieles anderes zu sehen, aber mehr bringt man kaum unter. Ich war schon öfter hier, irgendwann finde ich vielleicht Zeit und Lust für ein paar weitere Impressionen und Tipps.

Kommentare:

Björn Schröbel hat gesagt…

Wahnsinn, eine Toilette mit beheizter Brille und dann dieser Ausblick *ich staune*

Toller Bericht :)

Lieben Gruß
Björn :)

Sophia Wiesbeck hat gesagt…

Toller Artikel :) Ich will auch noch unbedingt nach Shanghai !
Ich folge deinem Blog nun und würde mich über einen Besuch von dir freuen! :)

http://farawaytravelling.blogspot.de/

reisenessen hat gesagt…

Hallo,
beneide dich um den Weissdornspiess, den du abgelichtet hast. Ich esse das auch immer gerne in China. Ist einfach lecker. Natürlich sind auch viele andere Sachen sehr lecker.
Lg
Thomas

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