Donnerstag, 30. April 2015

Stippvisite Romanshorn

Ich war beruflich kurz in der Schweiz und habe mir vor der Weiterfahrt die Zeit genommen, durch das direkt am Bodensee gelegene Romanshorn zu bummeln. Wasser, frische Luft, Bewegung und das Wetter war auch okay - das tut gut! :-)

Romanshorn

Dunkel bekannt war mir der Ort seit meiner Kindheit, er ist nämlich bekannt für seinen Hafen und irgendwann war ich mal mit einem Boot dort angekommen. Denke ich, das ist ja schon lange her. Diesmal war ich mit dem Auto da und bin der Beschilderung zum Parkplatz See 3 Promenade gefolgt. Für 1 CHF darf man dort 2 Stunden parken. Sooo teuer ist die Schweiz also gar nicht! ;-)

Von dort sieht man ein großes ehemaliges Lager- bzw. Zollhaus, wenn man in Richtung See spaziert. Heute ist dort u.a. ein Museum untergebracht.

Romanshorn: Museum am Hafen

Die Zeit der Einbäume ist lange vorbei, der Handel über den See blühte für Romanshorn auf, als 1855 die Bahnlinie von Winterthur eröffnet wurde und eine schwimmende Brücke über den See führte. Heute transportieren Fähren Menschen und Fahrzeuge über den Bodensee.

Romanshorn - Ausflüge per Schiff auf dem Bodensee

Mitte des 19. Jahrhunderts befuhren große Dampfschiffe, Eisenbahn-Dampffähren und Trajektkähne den Bodensee und verbanden Romanshorn und Friedrichshafen, Lindau und Bregenz. Sie beförderten jährlich zehntausende Eisenbahnwagen und Menschen. Das steht zumindest so auf einer der vielen Informationstafeln, die entlang des Wassers aufgestellt sind.


In den Hafenbecken liegen neben den Fähren und Schiffen auch eine Menge kleine Boote. Man kann auf gut ausgebauten Wegen spazieren. Langweilig wird es nicht, der See ist traumhaft schön und wenn man sich dreht, sieht man im Hintergrund die Berge mit dem Säntis.

Romanshorn - Blick auf den Säntis über den Bodensee hinweg

Wenn man sich Richtung Westen hält, gelangt man in den sog. Seepark. Zurzeit blüht alles wunderschön und drei Gärtner waren damit beschäftigt, die Anlage zu pflegen. Es gibt dort auch einen Spielplatz, einen kleinen Wassergarten und eine höhergelegene Aussichtsterrasse mit direktem Blick auf den See.

Man sieht einige Radfahrer; es scheint radwegemäßig sehr gut erschlossen zu sein. Also auch ein Tipp: Mal am Bodensee entlang radeln! :-)

Höher gelegen ist die Alte Kirche, die aus dem 8. Jahrhundert stammt. Nach der Reformation wurde sie interessanterweise bis 1911 von beiden Konfessionen genutzt.

Romanshorn - Blick auf die Alte Kirche

Man kann am Ufer entlang marschieren, irgendwann stößt man auf das städtische Strandbad. Aber dafür war es dann doch zu kalt. ;-)

Romanshorn - Badestrand

Im alten Schloss aus dem 15. Jahrhundert ist heute ein Hotel und ein Restaurant untergebracht. Auf die Terrasse des Restaurants hat man von unten über Weinberge einen schönen Blick.

Romanshorn - Schlosshotel und Restaurant TriBeCa

Allgemein habe ich einige Restaurants gesehen, die einen guten Eindruck machten. Spargelkarten gab es und Mittagsmenüs, in vielen Restaurants konnte man draußen essen. Nahe meines Parkplatzes gab es auch einen Imbiss mit Eis und Kleinigkeiten. Noch war es relativ ruhig, aber an Feiertagen oder in der Ferienzeit wird sicherlich mehr los sein.

Mir hat mein kleiner Ausflug nach Romanshorn gut gefallen. Die Lage ist wirklich einmalig schön.

Freitag, 24. April 2015

Bernburg (Saale)

Aufgrund von Baustellen landet man nördlich von Halle/Saale häufig im Stau... Die A14 ist eigentlich ganz schön zu fahren und wird es auch wieder sein, wenn die Autobahn repariert und wieder zweispurig befahrbar ist. Bis dahin hat man oft Pech, wenn es sich staut. So ging's mir auch diesmal, zwischen Bernburg und Halle war dicht: Eine Stunde Zeitverzögerung laut Verkehrsfunk...

Da ich keine Lust hatte, im Stau zu stehen, da relativ sonniges Wetter war, ich etwas Bewegung brauchte und eigentlich sowieso schon lange einen Abstecher nach Bernburg machen wollte, zögerte ich nur kurz und verließ die Autobahn A14 an der Ausfahrt 10, die wie ein Autobahnkreuz daher kommt: Die autobahnähnlich ausgebaute B6 kreuzt hier die A14. Wer nach Bernburg will, folgt einfach den Schildern.

Die Stadt war mir vor allem wegen dieser wunderschönen Stadtansicht bekannt.

Stadtansicht Bernburg (Saale)

Ein paar Eckdaten zu Bernburg


Bernburg liegt in Sachsen-Anhalt in der Magdeburger Börde und ist die Kreisstadt des Salzlandkreises. Die Stadt liegt an der Saale, ungefähr 5 km von der Autobahn entfernt.

Bernburg ist historisch ein Teil von Anhalt und war Residenz der Nebenlinie Anhalt-Bernburg. Bereits im Jahr 961 sicherte eine Rund- und Fliehburg mit Wall und Graben die damalige Grenze an der Saale. Das belegt eine Schenkungsurkunde Kaiser Ottos I. Damals hieß sie Brandanburg. Im Mittelalter ging's dann weiter, wie so üblich, Brandschatzung, Wiederaufbau, usw. In der Stadt gibt es Informationstafeln, die darüber informieren.

Schön und sehenswert sind mehrere alte Gebäude, natürlich das Schloss Bernburg mit Burgterrasse, Bärenzwinger mit echten Bären und einem Eulenspiegelturm, das Carl-Maria-von-Weber-Theater, die Flutbrücke, ein Kurhaus, das Rathaus mit der Bernburger Blumenuhr und der Stadtpark. Mehr kann man u.a. auf Wikipedia nachlesen.

Stadtbesichtigung Bernburg


Ich habe in der Nähe des Schlosses geparkt, auf dem Berg quasi, und bin von dort einfach losmarschiert und habe mich treiben lassen.






Die Bernburger Blumenuhr wurde 1938 anläßlich der 800-Jahr-Feier der Stadt im Auftrag der Stadtverwaltung konstruiert und erbaut. Sie ist am Rathaus und fällt natürlich auf.

Das Turmuhrwerk mit elektromechanischem Aufzug löst jede halbe und volle Stunde ein Klangspiel auf. Als Melodie ertönt angeblich "An der Saale hellem Strande". Als ich dort war, war gerade eine andere Uhrzeit und ich hatte keine Lust zu warten...



Irgendwann kam ich zum Bärengehege, von dessen Existenz ich zuvor nichts gewusst hatte.



Dass es in Bernburg Bären gibt, geht zurück auf das Jahr 1860, als ein Premierleutnant namens Steinkopff einen jungen Bären aus Russland nach Bernburg brachte. Herzogin Friederike ließ daraufhin den ersten Bärenzwinger am Schlosseingang anlegen. Mit wenigen Unterbrechungen leben dort seitdem Bären, die auch fleißig Nachwuchs bekommen haben. Seit 1997 leben Benjy und Bonny, zwei Geschwister, im Gehege.

So richtig schön haben sie es dort nicht, finde ich. Es gibt logischerweise wenig Auslauf; in sibirischen Weiten können Bären sicher größere Distanzen zurücklegen, allerdings kümmern sich dort auch keine Bärenpaten um genügend Futter und Gesundheitsthemen.

Vom Bärengehege bin ich den Berg runter in Richtung Saale. Die Saale hat übrigens eine Länge von 413 Kilometern und ist damit nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe. Sie entspringt in Oberfranken - also der Region, in die ich nach dem Stau fahren wollte. Heim-Schwimmen (als Alternative zum Autofahren) kam aufgrund des Wetters und meiner Konstitution nicht in Frage. ;-)



Schön stelle ich mir die Touren auf der Saale vor, es gibt z.B. ein Fahrgastschiff, das unten am Ufer ablegt. Sicherlich kann man auch mit Kajak o.ä. darauf fahren.

Die Altstadt, die unten auf Höhe der Saale liegt, ist auch sehenswert.

Teils gut renoviert finden sich aber auch alte Schätze, die noch darauf warten, dass jemand Geld in die Hand nimmt und sie saniert - oder sie verfallen weiter. Daran merkt man dann doch, dass man im Osten in einer relativ strukturschwachen Region ist, auch wenn ich viele junge Menschen gesehen habe.


Die Saale ist ziemlich breit, und die Ausblicke finde ich beeindruckend. Das Wetter war ja auch super, ich habe es richtig genossen.


Vom Park aus hat man den besten Blick auf das Schloss.


Hier das Kurhaus, glaube ich.


Und ein paar weitere Impressionen.


Saaleufer, Sonne, Gastronomie.



Da sich langsam der Hunger meldete und ich eine wunderschön am Ufer der Saale an einer Brücke eine Pizzeria sah, bei der man draußen essen konnte, bin ich dort hin und habe zugeschlagen.


Schön, wenn das Wetter passt. Die Kellner brachten immer mehr Tische nach außen, es füllte sich und die Pizza war wirklich sehr gut. Da ich noch einige Stunden Weiterfahrt vor mir hatte, gab's für mich keinen Alkohol dazu. Nach der Pizza bin ich den Berg hoch zu meinem Auto und ohne Stau heimgefahren.

Mir hat dieser kurze Spaziergang durch Bernburg an der Saale sehr gut gefallen. Es gibt viel zu sehen, alles ist gut ausgeschildert und erklärt und es gibt viel Sehenswertes. Auch für Familien ist einiges geboten, es gibt eine Jugendherberge, einen Märchengarten, eine Parkeisenbahn, einen Tiergarten und natürlich die Fahrgastschifffahrt für eine Tour auf der Saale.

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