Sonntag, 23. Oktober 2016

Schloss Plötzkau

Entlang der Autobahn findet sich ja immer die eine oder andere Sehenswürdigkeit. Wenn man auf der A14 von Halle nach Magdeburg fährt, sieht man rechts kurz vor dem Dreieck Bernburg einen interessant aussehenden Turm, der auch auf einem dieser braunen Schilder angekündigt ist: Schloss Plötzkau. 

Man nimmt die Ausfahrt 11 mit Namen Plötzkau, fährt dann einen kleinen Umweg, da die Ausfahrt nur in eine Richtung führt, hält sich an die Beschilderung Plötzkau und kommt auf kleinen Sträßchen durch den sonntags etwas verschlafen wirkenden Ort ans Schloss.

Schloss Plötzkau

Hier gibt es Parkplätze, eine Gaststätte namens Schloss-Schänke, eine Kemenate für Kinder und ein Museum.

In der Schlossanlage sieht man viel Renaissance, in diesem Stil wurde erbaut, an Stelle einer mittelalterlichen Burg. An vielem hat natürlich der Zahn der Zeit genagt, aber derzeit wird saniert.

Schloss Plötzkau - Innenhof

1049 wurde die Burg der Grafen von Plötzkau erstamals erwähnt, das Geschlecht starb aber 1147 aus und es kam zu einem Streit um das Erbe. Die Burg kam in den Besitz der Askanier. Ab 1566 wurde ein Renaissancewohnschloss auf dem romanischen Grundbestand errichtet. Es gab ein paar weitere Besitzerwechsel, spannend fand ich, dass 1741 eine japanische Lackwaren- und Tabakfabrik eingerichtet wurde und das Schloss 1841-74 als Besserungsanstalt diente.

Schloss Plötzkau - Details

Seit den 1980ern gehört es einer Stiftung, seit 1996 gibt es regelmäßige Sanierungen verschiedener Abschnitte.

Schloss Plötzkau - Detail

Die ganze Anlage ist nicht allzu groß, man entdeckt aber immer wieder schöne Details.

Schloss Plötzkau - Nebengebäude

Im Sommer ist diese Terrasse sicherlich wunderschön - man sieht von der Ecke aus auf die Saale und Landschaft.

Schloss Plötzkau - Terrasse mit Blick auf die Saale

Das Museum kostet 2,- Euro Eintritt, es wird von einem Verein geführt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dass Schloss wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und touristische Angebote anzubieten. Die Sanierung der einzelnen Schlossteile soll dadurch auch gefördert werden.

Schloss Plötzkau - Exponate im Museum: Baumstämme

Die Ausstellungen sind sehr vielseitig, da findet sich alles von Baumstämmen und Vogeleiern, was sicher für Kinder sehr lehrreich (ehrlich gesagt, für mich auch...) ist. Das Museum wird auch von Schulklassen und Familien besucht, was ich sehr gut finde.

Schloss Plötzkau - Rundgang 7000 Jahre Landwirtschaft

Außerdem erfährt man Interessantes zu Kreuzzügen, eine Ausstellung über Landwirtschaft und landwirtschaftliche Maschinen der DDR, Zinnfiguren, Fotos, usw.

Schloss Plötzkau - Museum

Im Turm finden sich viele Ausstellungsräume, insg. sind es 158 Stufen bis zum obersten Turmzimmer, der Rittertafel, die eine fantastische Aussicht bietet.

Schloss Plötzkau - Turmzimmer

Man sieht in alle Richtungen, wobei die Saale-Auen besonders schön sind.

Für mich war das eine schöne Abwechslung auf einer langen Autofahrt, mit etwas Bewegung (für die Treppenstufen sollte man stabile Schuhe tragen!). Wer mehr Zeit hat und im Sommer kommt, kann sich tiefergehend mit den Exponaten beschäftigen und auf der Terrasse etwas essen oder trinken.

Kommentare:

  1. Dein Artikel zeigt, dass man nicht immer weit wegfahren muss, um interessante Orte zu entdecken. Gerade als kurzer Zwischenstopp scheint diese Burg sehr geeignet zu sein. Vor allem die Rittertafel und die Terrasse schauen einladend aus. Es wird sicherlich interessant sein, wie die Burg in Zukunft aussehen wird, wenn sie noch mehr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, wer weiß, wie sich das entwickelt; die Treppe ist etwas ungleich, was ja aufgrund des Alters zu erwarten ist; ich hoffe, die belässt man so mit dem Hinweisschild, dass man aufpassen soll und auf eigene Gefahr. Es lohnt sich nämlich wirklich, den Turm hoch zu steigen.

      Vielleicht schaffe ich es im Sommer mal, wenn die Terrasse belebt ist. Von der Autobahn sind es echt nur ein paar Kilometer.

      Löschen
  2. Ein interessanter Bericht. Dem Schloss merkt man seine Burg-Vergangenheit noch gut an. Wir mögen solche alten Gebäude sehr und stöbern immer wieder gerne auch in den dazugehörigen Museen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mir ist auch wieder aufgefallen, dass ich das viel zu selten mache. Freut mich, dass Euch solche Burgen und Schlösser auch gefallen!

      Löschen
  3. Liebe Barbara,

    ein schöner Artikel über einen ,,Burgfund". Ich selber habe viel Verwandtschaft an der Mosel und egal wie oft ich dort bin, die ein oder andere ,,neue Burg" entdeckt man dann doch hin und wieder mal. ;) Ich bin besonders von dem Museum fasziniert, dass eine Ausstellung über Baumstämme bietet. Ich liebe Bäume und für mich wäre das sicherlich auch etwas gewesen.
    Dein Bericht hat auf jeden Fall gezeigt, wieviel Deutschland Ausflugstechnisch zu bieten hat.

    Viele liebe Grüsse
    Kathi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Kathi,
      die Mosel ist ja auch ein Traum! Oder die Burgen am Rhein! Es gibt so viele schöne Ecken und bei der Masse an Burgen und Schlössern findet man auch immer welche, die nicht so überlaufen sind.
      Ehrlich gesagt, ich bin mit Bäumen ganz schlecht, ich erkenne sie meist nur, wenn irgendeine Frucht dran hängt... Daher fand ich das echt super.
      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen
  4. Ja, ja, die braunen Schilder an der Autobahn haben also doch einen Sinn ;-) .

    Spaß beiseite, an deinem Artikel sieht man, dass es nicht immer die Sehenswürdigkeiten ganz oben auf der Bekanntheitsliste sein müssen. Manchmal kann es reizvoller sein, weniger Bekanntes abseits der ausgetretenen Wege zu erkunden.

    Ein schöner Aufruf zur Entschleunigung des Reisens!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Diese braunen Schilder haben mich auch schon gefoppt, teils sind die Sehenswürdigkeiten nämlich ganz schön weit davon entfernt, dann lohnt sich das für mich nicht.

      Die "bucket list" Sehenswürdigkeiten sind inzwischen ja oft so überlaufen, dass sie keinen Spaß mehr machen. Ich mag daher zur Abwechslung wirklich die weniger bekannten. Und was die Entschleunigung angeht, muss ich noch üben... ;-)

      Löschen
  5. Hallo Barbara,

    ich freue mich immer, ich war schon in einigen Burgen und Schlössern und ganz besonders gefallen mir immer die Rittersäle mit den großen Tafeln und dem großen Kamin . Besonders schön ist natürlich, wenn diese dann auch noch betrieben werden und man abends bei einem Glas Wein am Kaminfeuer sitzen kann. Gut gefällt mir, dass die Ausstellung so vielseitig ist und Natur, Landwirtschaft und Geschichte verbindet. Herzliche Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sabine,

      Burgen und Schlösser in dieser Art sind ja auch so typisch europäisch und man kann sich beim Betreten der Rittersäle vorstellen, wie es im Mittelalter ausgesehen haben könnte. Ich finde das auch immer total spannend und bin fasziniert. Freut mich, dass es Dir auch so geht!

      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen
  6. Hallo Barbara, ich muss ja gestehen, dass ich seit heuer so ein bisschen ein Fan des deutschen Osten geworden bin. Und mittelalterliche Schlösser mag ich schon seit meiner Kindheit. Die Burg wäre einen Abstecher wert, sollte es mich einmal in die Gegend verschlagen. Liebste Grüße aus Salzburg, Claudia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Claudia,
      da hast Du als Österreicherin vielen Deutschen was voraus, ich kenne echt viele, die noch nie im Osten waren! Dabei ist es dort wirklich sehenswert; absolut geschichtsträchtig, da liegen einige der historisch bedeutsamsten Stätten Deutschlands.
      Sachsen-Anhalt hat glaube ich sogar die meisten Burgen und Schlösser, habe ich mal wo gelesen. Viele sind aber keine Haupt-Sehenswürdigkeiten und viele sind wirklich stark renovierungsbedürftig. Da kann man dann für ein paar Euro zuschlagen und Burgherr werden. Wer jung ist, Energie und Geld hat, kann also auch heutzutage Burgherr werden und etwas bewegen.
      Liebe Grüße, Barbara

      Löschen
  7. Hallo Barbara, da sieht man mal wieder, wie interessant es in Deutschland sein kann. Ich entdecke auch ständig neue Orte im Berliner Umland und bin über jeden Tipp dankbar. Die Entfernung ist ja eigentlich ein Katzensprung!
    Lieben Gruß, Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Susanne, von Berlin aus gibt es glaube ich eine ganze Menge Ausflugstipps, die von der Entfernung her gut erreichbar sind. In Bernburg wart Ihr wahrscheinlich schon? Das fand ich auch super. Irgendwo auf dem Blog ist ein Bericht darüber.
      Lieben Gruß zurück! Barbara

      Löschen
  8. Liebe Barbara,
    ich mag ja so alte Gemäuer. Von Plötzkau hab ich bisher noch nichts gehört, aber das scheint wirklich eine interessante Burg mit ganz viel Geschichte zu sein.
    Liebe Grüße,
    Marion

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Marion,
      Plötzkau war mir davor auch echt unbekannt... Das braune Schild an der Autobahn hatte mich geleitet und ich fand's schön, das alte Gemäuer und das ganze Areal zu erkunden, fast alleine an einem Sonntag - so was hat man auch nicht oft.
      Liebe Grüße,
      Barbara

      Löschen
  9. Liebe Barbara, seh spannend vor allem weil es kein geplanter Stopp wahr, oder? So hat es sich mir erschlossen, wie auch immer, es gibt so viele wunderbare Orte an den die Geschichte lebt oder aufrecht erhalten werden sollte und dein Artikel hilft auch dabei vergessender nicht so sehr bekannte Orte wieder zu beleben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Ralf, ja, genau, das war ein spontaner Stop! Auf langen Fahrten mache ich immer mal wieder Pause und fahre von der Autobahn runter, um durch eine Stadt zu bummeln oder mir was anzuschauen. 500 km im Auto zu sitzen ist nicht gesund, da tut Bewegung zwischendrin gut, denke ich mir. Ich finde es spannend, wie viele interessante aber kaum bekannte Orte es hierzulande gibt; da reicht ein Leben nicht dafür, die alle anzuschauen...

      Löschen

Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

LinkWithin

Blog Widget by LinkWithin